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Montag, 26. Juni 2017 -
Wie geplant stehen wir früh auf und frühstücken im Hotel. Danach decken wir uns in der nahen Carniceria mit Chorizo, Käse und Brot ein. Schon beginnt es zu regnen und wir entscheiden uns, die ersten 10 km mit dem Taxi zurückzulegen und gehen zum Taxistand.
Oje, dort wo gestern am Sonntag jede Menge Taxis standen, gab es heute keines. So marschieren wir im Nieselregen los. Je mehr wir an Höhe gewinnen, je stärker wird der Regen. Angesichts des Regens entschliessen wir uns vorwiegend auf der Strasse zu gehen. Zum Glück, denn so treffen wir wenigstens nach 10 km auf das erste offene Restaurant. Ein warmer Cafe con leche ist jetzt sehr willkommen, auch decken wir uns angesichts der spärlichen Einkehrmöglichkeiten mit noch mehr Wasser ein. Weiter geht’s auf und nieder im Regen. Nach weiteren 11 km treffen wir auf eine Pilgerherberge mit Restaurant. Hier essen wir unser mitgebrachtes Picknick und zum Dessert ein grosses Stück hausgemachten Kuchen. Dabei erzählt uns die Hospitalera von den strengen Tagen (12 – 14 Std.) während der Hochsaison und ihrem kleinen Sohn. Gestärkt geht’s weiter Richtung heutigem Ziel Lourenza. Nach fast 30 km im Regen und 900 Metern im Aufstieg und 800 Metern im Abstieg treffen wir ein. Hier treffen wir wieder die 2 deutschen Mädels, trotz unseres Ruhetags in Ribadeo und das erste Mal ein rumänisches Paar. Heute Abend besuchen wir eine praktisch private Messe: 3 Pilger und 2 Frauen.
Dienstag, 27. Juni 2017 -
Heute können wir es etwas gemütlicher nehmen, liegen doch nur 10 km bis Mondonedo vor uns. So wagen wir es auch nur mit Wasser los zu marschieren. Schliesslich habe ich noch Notproviant dabei -
Wir treffen frühzeitig in Mondonedo ein und können gleich unser Zimmer im Kloster beziehen. Duschen, Wäsche waschen und ausgiebige Besichtigung der Kathedrale, wo wir einen 200-
Mittwoch, 28. Juni 2017 -
Nach einem tiefen und erholsamen Schlaf frühstücken wir heute ganz alleine im riesigen Klosteresssaal. Bevor es dann bei trockenem Wetter und sehr kühlen Temperaturen auf den Weg geht. Zuerst geht es über 10 km praktisch nur aufwärts. Dabei setzt immer wieder starker Regen ein. In einem Bushäuschen machen wir einen kurzen Znünihalt. Ansonsten gibt es keine Möglichkeit für eine Pause, da alles nass ist. So nehmen wir heute wieder vorwiegend die Strasse unter die Füsse.
Sonnenschein wechselt sich ab mit starkem Regen und sturmartigen Wind. Wir behalten den ganzen Tag den Poncho an. Heute werden wir richtiggehend eingedeckt mit Flyern und Visitenkarten von Übernachtungsmöglichkeiten, welche uns aus vorbeifahrenden Autos gereicht werden. Dabei wird immer die Sauberkeit in den Herbergen betont. Endlich treffen wir in Abadin ein. Hier gibt es eine private Herberge, die vor wenigen Wochen neueröffnet wurde. Hypermodern und sehr gediegen, jedes Bett hat eine eigene Beleuchtung und es gibt nur 4er Schläge.
Donnerstag, 29. Juni 2017 -
Heute gibt’s ein echt sträkendes Frühstück: Rührei mit Schinken! Das wird bestimmt bis zum Ziel hinhalten.
Als wir losgehen setzt der Regen wieder ein. So müssen wir nach dem Einkauf über den Faserpelz und die Regenjacke wieder den Poncho anziehen. Es ist kalt und dazu wechselt sich Sonne mit Regen und Sturm ab. Es sind wieder viele Pilger unterwegs, teilweise ganze Kolonnen. Manolo und Elisa besuchen uns heute in Vilalba. Als ich sie frage, wie denn die Temperaturen hier im Winter seien, antworten sie, eben wie jetzt. Wir verbringen wieder einen gemütlichen und kurzweiligen Abend zusammen. Dabei genehmigen wir uns einen Carajillo zur allgemeinen Aufwärmung.
Freitag, 30. Juni 2017 -
Es ist bitterkalt und es regnet in Strömen. So warten wir bei Cafe con leche auf besseres Wetter. Unsere Geduld macht sich bezahlt und wir können bei trockenem Wetter losmarschieren, zwar immer noch sehr kalt. Ab und zu nieselt es, aber der Poncho ist nicht nötig. Heute machen wir nur einen kurzen Halt in einer Bar und mal zwischendurch auf einem «Steinhaufen» für einen Znüni. Ansonsten sind wir durchgelaufen und der Weg schien nicht mehr enden zu wollen. Die Kälte und der Regen setzen zu…. v.a. die Kälte. Pausen unter freiem Himmel sind so kaum möglich und Einkehrmöglichkeiten sind selten. Zudem hat sich heute die erste «Miniblase» an der Spitze meines zweitgrössten Zeh gebildet. Merkwürdiger Ort, ausdrücken, Notfallspray drauf und vergessen. Endlich treffen wir in Baamonde ein und genehmigen uns einen Cappuccino in dem durchaus gemütlichen Restaurante Galicia. Danach besichtigen wir den Baum mit der Schnitzerei von Bildhauer Victor Corral. Bevor es in unsere Unterkunft geht, machen wir kurz einen Einkauf für morgen.
Samstag, 1. Juli 2017 -
Es ist immer noch sehr kalt, aber wenigsten regnet es nicht. Ist ja schon mal was! Auch geniessen wir heute das wunderbare Frühstücksbuffet. Rasch erreichen wir heute den Markstein 99.994 km bis nach Santiago. Wir kommen beim Künstler "Chacon" vorbei, der uns einen Pilgerstempel aus Siegelwachs in den Pilgerpass setzt.
Weiter wandern wir durch eine schöne Landschaft, zuerst durch Wälder und dann über eine Art Heidelandschaft. Wir treffen wieder auf viele Pilger. Heute können wir wieder mal auf einer Bank bei einem Spielplatz ausgiebige Mittagsrast machen, bevor wir dann die letzten Kilometer für heute unter die Füsse nehmen. Auf diesen Kilometern kommt es mir wie in den Dehesas auf der Via de la Plata vor, kein Mensch, nur Vögel, Insekten und Bienen. Trotz flottem Tempo scheinen wir nicht vorwärtszukommen und marschieren dann an unserem heutigen Ziel vorbei. Umkehren ist angesagt, das erste Mal.
Sonntag, 2 Juli 2017 -
Heute ist eine relativ kurze Etappe von 16 km angesagt. Bei schönstem Wetter und steigenden Temperaturen kommen wir flott voran. Vor uns und hinter uns hat es sehr viele Pilger. Ja, wir spüren, dass wir auf den letzten 100 km unterwegs sind. Auch die Bars sind jetzt pilgermässig eingerichtet, WiFi, Stempel, rascher Service. Vor Sobrado machen wir an der «Laguna de Sobrado dos Monxes» noch einen kurzen Halt und füttern die Enten mit unserem alten Brot. Kurz darauf kommt das französische Paar, welches wir bereits in Goton gesehen haben. In Sobrado übernachten wir heute im Kloster. Kurz vor der Mittagspause treffen wir ein. Der Herbergspater empfängt uns und zeigt uns seinen neusten Pilgerzugang, eine verwahrloste Katze. Danach macht er uns den Stempel und von seinem Kollegen werden wir in unser Zimmer geführt. Leider gibt es schon am Mittag kein warmes Wasser mehr, eine ultrakurze Dusche ist angesagt und aufs Wäsche waschen verzichten wir. Schliesslich haben wir ja noch die Badehosen als Unterwäsche. Bei der Besichtigung des Klosters stellen wir fest, dass die Kirche sehr schlecht unterhalten ist. Die Wände sind von Moos bedeckt und die Einrichtung nicht vorhanden.